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Ratgeber · 27.07.2026

Dieselbakterien im Heizöltank: Ursache, Erkennung, Vermeidung

Heizöl gilt als unproblematischer Brennstoff, und meistens ist es das auch. Unter bestimmten Bedingungen können sich im Tank aber Mikroorganismen ansiedeln: Bakterien, Hefen und Schimmelpilze, umgangssprachlich als Dieselbakterien oder Dieselpest bekannt. Sie stammen ursprünglich aus Luft und Umgebung und sind in Spuren fast überall vorhanden. Zum Problem werden sie erst, wenn sie im Tank Lebensbedingungen finden.

Die entscheidende Bedingung ist Wasser. Mikroorganismen leben nicht im Öl selbst, sondern in der Wasserschicht, die sich am Tankboden sammeln kann, und an der Grenzfläche zwischen Wasser und Öl. Dort ernähren sie sich von den Kohlenwasserstoffen des Heizöls. Wasser gelangt vor allem als Kondenswasser in den Tank: Bei Temperaturschwankungen schlägt sich Luftfeuchtigkeit an den kühlen Innenwänden nieder, Tropfen für Tropfen, über Jahre. Wärme im Aufstellraum beschleunigt das Wachstum zusätzlich. Heizöl mit biogenen Anteilen bietet den Organismen mehr Nährstoffe als reine Mineralölware und ist deshalb empfindlicher.

Einen Befall erkennt man selten am Öl selbst, sondern an den Folgen: dunkle Schlieren oder Flocken im Öl, schleimiger Schlamm am Tankboden, ein fauliger Geruch beim Öffnen des Tanks. Im Betrieb machen sich Dieselbakterien durch verstopfte Filter und Siebe, Störungen am Brenner und im schlimmsten Fall durch einen Heizungsausfall mitten in der Heizperiode bemerkbar. Gewissheit bringt eine Probe vom Tankboden; auffällig ist alles, was nicht klar und hell ist. Im Zweifel kann ein Labor die Probe untersuchen.

Unangenehm sind nicht nur die Verstopfungen. Die Stoffwechselprodukte der Organismen sind korrosiv und können Stahltanks und Armaturen auf Dauer angreifen. Ein fortgeschrittener Befall verschwindet auch nicht von selbst, denn der Schlamm am Boden dient als Rückzugsraum, aus dem sich frisches Öl immer wieder neu besiedeln lässt.

Vermeiden lässt sich das Problem mit wenigen Gewohnheiten. Halten Sie Wassereintrag klein: Tanköffnungen dicht halten, den Aufstellraum möglichst temperaturstabil, den Tank nicht über Jahre fast leer stehen lassen, denn viel Luftraum bedeutet viel Fläche für Kondenswasser. Werfen Sie gelegentlich einen Blick in den Tank oder auf das Filterglas der Ölleitung. Und lassen Sie den Tank reinigen, wenn sich sichtbar Schlamm gebildet hat; eine fachgerechte Tankreinigung entfernt Wasser und Sediment und nimmt den Organismen die Lebensgrundlage.

Ist der Befall da, hilft ein Additiv allein selten weiter. Biozide können Mikroorganismen abtöten, lösen aber weder den Schlamm noch das Wasser am Tankboden; die abgestorbene Masse kann Filter sogar zusätzlich verstopfen. Der verlässliche Weg ist die Reinigung durch einen Fachbetrieb, danach frisches Öl auf einen sauberen Tank. Wer unsicher ist, ob der eigene Tank betroffen ist, fragt am besten vor der nächsten Befüllung nach, denn frisches Öl auf alten Schlamm wirbelt diesen auf und trägt das Problem in die Leitungen.

Fragen? Ein Anruf genügt.

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